Das Land der Weihnachtslichter
Region: Nord-Elsaß
Wichtigste Städte: Saverne, Bouxwiller, Marmoutier, Wangenbourg-Engenthal, Wasselonne, Truchtersheim, Pfaffenhoffen
Ein bergiges Land, das Land der Vogesenhügel, der Weiden und der Obstgärten, Land der typischen Bauernhöfe, Land der Mischwälder mit Laub- und Nabelbäumen ... aber auch das Land des Christkindels. Um den Kindern die Geburt Jesu anzukündigen, tritt dem Brauch gemäß das "Christkindel" auf, in Gestalt eines jungen Mädchens mit einem großen weißen Kleid und einem gleichfarbenem Schleier, das auf seinem Kopf einen goldenen, manchmal mit brennenden Kerzen geschmückten Kranz und einen Zepter mit einem Stern auf der Spitze trägt.
Die Dorf- und Stadtbewohner des Landes der Weihnachtslichter bringen die Besucher in festliche Stimmung durch weihnachtlich geschmückte und beleuchtete Fenster, Weihnachtsmärkte, traditionelle Kuchen und Weihnachtsbäume...
Wussten Sie schon, dass... ? ...im Humanistischen Museum von Séléstat die älteste schriftliche Aufzeichnung über den Brauch des Weihnachtsbaumes zu finden ist?
In einer Schrift von 1521 ist in der Humanistischen Bibliothek von Séléstat der erste Handel mit Weihnachtsbäumen dokumentiert. Der erste Weihnachtsbaum der Geschichte soll sich im Zunfthaus der Stadt befunden haben - mitten im Herzen des Elsaß, im heutigen "Land der Weihnachtsbäume". Im Laufe der Jahre wurde er nicht nur mit Äpfeln und Hostien, sondern auch mit Weihnachtsplätzchen behängt. Die erste Zeichnung eines Weihnachtsbaumes zeigt den Baum an der Decke hängend, mit einem Apfel am unteren Stammende (1806, Benjamin Zix, Straßburg).
An den Ursprung des Weihnachtsbaumes erinnern die Dekoration und zahlreiche Veransstaltungen im "Land der Weihnachtsbäume". ...der elsässische Knecht Ruprecht Hans Trapp heißt und in der Gegend von Wissembourg gelebt hat, wo er noch heute alljährlich zusammen mit dem Christkindel durch die Stadt zieht?
Während in Deutschland der Heilige Nikolaus am 6. Dezember von Knecht Ruprecht begleitet wird, gesellt sich in diesem Teil des Elsaß zum Christkindl der düstere Geselle Hans Trapp. Schwarz gekleidet poltert er mit seinen Stiefeln und läßt schwere Ketten klirren.
In den Vogesen ist er unter dem Namen Mullewitz bekannt, und in der Gegend von Haguenau und Molsheim nennt man ihn Ruppelz. Es ist anzunehmen, daß dieser Name Rupprecht entspricht, was im Mittelalter mit dem Namen des Teufels in Verbindung gebracht wird.
Hans Trapp jedoch hat nach einer Legende im heutigen "Land der Weihnachtsmärchen" wirklich sein Unwesen getrieben. Angeblich soll im 15. Jahrhundert ein boshafter Mann namens Hans de Dratt 20 kleine Dörfer um die nordelsässische Gemeinde Wissembourg in Angst und Schrecken versetzt und sich des Schlosses Saint-Remy bemächtigt haben. Er soll beim Pfalzgrafen Friedrich der siegreiche Hofmarschall gewesen sein - und von diesem Schloß Bärbelstein - das heute noch existiert - als Lehnsgut erhalten haben. Von hier aus soll er das ganze Land geplündert haben. Es wird geschrieben, er habe der Bevölkerung untersagt, Holz aus dem Wald zu holen, ihre Früchte auf dem Markt zu verkaufen, ja er habe sogar den Lauf des Flüßchens Lauter blockiert, um die Mühlen zu stoppen. Er soll im Jahre 1514 gestorben sein, doch bis heute ist er der Schrecken der Kinder geblieben.
Am 17. Dezember kommt das Christkindel in Begleitung von Hans Trapp, Wichtelmännchen und Räubern, sowie einer Reitertruppe in Wissembourg an. Danach gibt es einen Umzug durch die Stadt, der den Höhepunkt der Adventsveranstaltungen in der nordelsässischen Stadt darstellt. Aber Hans Trapp ist in Wissembourg nie willkommen, und um ihn gemeinsam in seiner Burg zurückzujagen, wird am Jahresende eine große Volkswanderung in der Umgebung mit einem Führer ausgerichtet. ...die Weihnachtskugeln aus dem Vogesenstädtchen Meisenthal stammen?
Einer Legende nach sollen die Glasbläser des Vogesen-Dörfchens Meisenthal in einem Jahr der Not um 1850 die Idee gehabt haben, anstelle der Äpfel den Baum mit selbstgeblasenen Glaskugeln zu schmücken. Der Brauch setzte sich im ganzen Elsaß durch. Und als nach dem Krieg von 1870 viele Elsässer emigrierten, nahmen sie ihren Brauch in andere Regionen Frankreichs und nach Deutschland, in die Schweiz, die Tschechoslowakei, Skandinavien, England und Amerika mit.
...die Elsässer einen anderen Hl. Nikolaus verehren als in Deutschland?
Der elsässische Heilige hat in einem lothringischen Dorf gelebt, im Unterschied zum in Deutschland vereehrten Nikolaus, der aus der heutigen Türkei stammt.
...Gertwiller das Lebkuchendorf des Elsass ist und es dort ein Lebkuchendorf gibt ?
Mit seinen schmucken Fachwerkhäusern und dem himmelwärts strebenden Münster ist Strasbourg eine Stadt, deren 2000jährige Geschichte noch heute erlebbar ist. Als Sitz des Europarates und des Europäischen Parlamentes sieht sich die Elsaß-Metropole als „Europa-Hauptstadt" und vergleicht sich gerne mit Genf und New York, die ebenfalls internationale Organisationen beherbergen, ohne selbst Hauptstädte zu sein.
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