50 Jahre Elsässische Weinstraße: mit einer Autorallye hat alles begonnen
Mit einer Rallye hat alles begonnen: Am 30. Mai 1953 fuhren zwei Autokonvois los, der eine aus Marlenheim im Norden des Elsass, der andere aus Thann im Süden. Mehrere Stationen mit Weinproben und Besichtigungen machten aus dem regnerischen Tag doch noch eine erfolgreiche Veranstaltung. In Eguisheim musste man sich sogar im Schloss unterstellen, um trocken zu bleiben, schrieb Gérard Klinkert in der Tageszeitung "L´Alsace".
Die Route des Vins d´Alsace (die Elsässische Weinstraße / Elsass Weinstrasse) windet sich von Nord nach Süd quer durch die Hügel der Weinberge auf mehr als 170 Kilometern am Fuße der bewaldeten Ausläufer der Vogesen. Ihr zu folgen ist eine wahre Freude; die Weinberge, meist sanft, aber auch mal steil, wechseln mit blumengeschmückten Dörfern und engen Gassen ab, deren unverwechselbare Häuser sich um den Kirchturm scharen. Die Weinstuben und die kühlen, gastlichen Probierkeller zeigen jederzeit die Liebe zum Wein. Im Norden von Colmar bietet das Haus des Elsässer Weins Gelegenheit, die Weinberge und die Elsässer Weine kennenzulernen, ebenso wie eine große Auswahl informativer Dokumente über die Elsässer Weine.
An der nördlichen Pforte der Weinstraße in Marlenheim ebenso wie an der südlichen Pforte in Thann bieten Empfangsbüros dem Publikum Informationen über die Rebsorten, die Geologie der Weinberge, die Arbeit der Winzer... Von der Weinstraße aus kann man sich zu Fuß in das Herz der Weinberge begeben bis zum Gipfel der Hänge; zahlreiche, gut markierte Weinpfade laden dazu ein, die Arbeit im Weinberg und die unterschiedlichen Rebsorten näher kennenzulernen.
Weinfeste im Frühjahr
Von April bis September beleben alljährlich über 50 Weinfeste die schmucken Fachwerkdörfer der Elsässischen Weinstraße.
Die legendäre Weinbruderschaft Saint-Etienne
Das Schloß von Kientzheim, in der Nähe von Colmar, ist der Sitz der berühmten Confrérie (Weinbrüderschaft) Saint-Etienne, die einmal im Jahr die würdigsten Weine auszeichnet und mit ihrem Siegel versieht. Die Wurzeln dieser Bruderschaft gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Jedes Jahr am 26. Dezember, dem Tag des heiligen Stephanus (Etienne = Stephanus), versammelte sich die Gesellschaft der Bürger von Rang aus Ammerschwihr bei Colmar, zu deren Hauptaufgaben die strenge Überwachung der Weinqualität der Stadt gehörte, zu ihrem jährlichen Festmahl. Nach langen, glanzvollen Jahren, ging es mit der französischen Revolution langsam bergab, 1848 erlosch die Brüderschaft. Auf Betreiben einer Gruppe von Winzern und Freunden des Elsässer Weins entstand sie erneut in ihrer jetzigen Form im Jahre 1947 mit dem Ziel, die Elsässer Weine bekannt und beliebt zu machen.
Ihren Sitz hat die Weinbruderschaft St. Etienne im Schloß von Kientzheim bei Kaysersberg, in dem sich ein herrlicher Keller befindet, in dem 50 000 Flaschen der berühmten Önothek der Bruderschaft aufbewahrt werden, in der sich neben der ausgezeichneten Sammlung "Méquillet" (älteste Flaschen Jahrgang 1834), die vollständige Reihe aller Jahrgänge seit 1947 befindet.
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