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Das Mittelalter hautnah im Elsass erleben
Wilhelm II. von Hohenzollern bekam die Haut-Kœnigsbourg 1899 von der Stadt Schlettstadt geschenkt. Er wollte sie nie zu seiner persönlichen Residenz machen. Er hat auch nie auf der Burg übernachtet. Vielmehr wollte er ein Museum für die Ritterzeit und das Mittelalter schaffen. Darüber hinaus war der Wiederaufbau eine Gelegenheit, seine kaiserliche Herrschaft zu legitimieren. Indem er sein Wappen, das der Hohenzollern, neben das der Hohenstaufer und der Habsburger setzte, präsentierte er sich als legitimer Nachfolger dieser beiden Herrscherfamilien über die Hohkönigsburg.
Die Restaurierung der Hohkönigsburg war auch ein politischer Akt von Wilhelm II. dem Elsass gegenüber, das seit 1871 unter deutscher Herrschaft stand. In der Hohkönigsburg setzte der Kaiser ein Zeichen dafür, dass das Elsass deutsch war und deutsch bleiben sollte. Der Deutsche Kaiser baute in jener Zeit auch die sogenannte « deutsche » Stadt in Straßburg mit dem Republiksplatz, dem Gallia-Gebäude und dem Universitätspalast. Die Hohkönigsburg markierte die westliche Grenze des Kaiserreichs von Wilhelm II, so wie die Marienburg (Malbork) im heutigen Polen seine östliche Grenze symbolisierte.
Die Haut-Kœnigsbourg (Hohkönigsburg) thront auf einem 757 Meter hohen Vorberg der Vogesen, im Elsass, zwischen Straßburg und Basel. Bei klarer Sicht schweift der Blick von der Burg über das Rheintal bis zum Schwarzwald und zu den Alpen. Zu Füßen des imposanten Bauwerks aus rosarotem Sandstein liegen die malerischen Dörfer und Rebberge der elsässischen Weinstraße.
Die Haut-Koenigsbourg wurde im 12. Jahrhundert vom Adelsgeschlecht der Hohenstaufen erbaut und ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Elsass. Bis zu neun Meter dicke Mauern, Schießscharten, Türme, Wohn- und Schlafräume, der Festsaal, die Waffenkammer, die Küche: Alles ist in einem perfektem Zustand.
Das war nicht immer so, denn die Burg lag Ende des 19. Jahrhunderts in Ruinen, bevor Kaiser Wilhelm II sie wieder aufbauen ließ. Seitdem können Besucher das mittelalterliche Burgleben hautnah erleben.
Rund eine halbe Million große und kleine Besucher begeben sich jedes Jahr auf eine Zeitreise ins Mittelalter. Davon kommen etwa 40 % aus dem Ausland.
In der Bergfestung können sowohl verschiedene Teile der Burg aus dem Ende des Mittelalters, aber auch Möbel und Waffen aus dem XV., XVI. und XVII. Jahrhundert besichtigt werden.
Der Besucher-Rundweg führt durch die Höfe und Gärten, aber auch durch die mittelalterlichen Wohnräume. Seit 1998 kann auch die Anfang des 20. Jahrhundert eingebaute Schmiede besichtigt werden.
Der Rundgang dauert eine Stunde. Etwa 300 Treppenstufen sind zu bewältigen. Für Gruppen wird die Voranmeldung für eine Führung empfohlen.
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